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Rohbau und Gebäudehülle 6 Min. Lesezeit

Welche Mauersteinarten gibt es im Rohbau? Baustoffe im Überblick

Zu den wichtigsten Mauersteinarten im Rohbau gehören Mauerziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Leichtbetonsteine. Daneben kommen für bestimmte Aufgaben auch Mauersteine aus Normalbeton und weitere Spezialprodukte infrage. Die Materialien unterscheiden sich vor allem bei Wärmedämmung, Rohdichte,…

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Buildjournal-Redaktion
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Wer klären möchte, welche Arten von Mauersteinen es gibt, sollte zunächst zwischen dem eigentlichen Baustoff und Produktbezeichnungen unterscheiden. Für den üblichen Mauerwerksbau lassen sich vor allem diese Materialgruppen unterscheiden:

  • Mauerziegel aus gebranntem Ton
  • Kalksandsteine aus Kalk und Quarzsand
  • Porenbetonsteine
  • Leichtbetonsteine
  • Mauersteine aus Normalbeton für bestimmte Anwendungen

Innerhalb jeder Gruppe gibt es zahlreiche Varianten. Sie können sich bei Lochung, Rohdichte, Festigkeit, Abmessungen, Wärmedämmung und Verarbeitung deutlich unterscheiden. Ein Mauerstein im Rohbau sollte deshalb nicht nur nach seinem Grundmaterial beurteilt werden.

Mauerziegel

Mauerziegel bestehen überwiegend aus gebranntem Ton. Moderne Ziegel für den Rohbau sind häufig gelocht und so konstruiert, dass sie bei vergleichsweise geringer Rohdichte eine gute Wärmedämmung erreichen können. Je nach Produkt können die Hohlräume unterschiedlich ausgebildet oder zusätzlich mit Dämmstoff gefüllt sein.

Damit umfasst die Bezeichnung Ziegel eine breite Produktgruppe. Ein schwererer Ziegel kann andere Eigenschaften besitzen als ein hochwärmedämmender Hintermauerziegel. Pauschale Aussagen über Festigkeit, Schallschutz oder Wärmeleitfähigkeit sind deshalb nur begrenzt sinnvoll.

Auch bekannte Produktnamen sollten nicht mit einer eigenen Materialart verwechselt werden. Poroton bezeichnet Ziegelprodukte und steht nicht als eigenständiger Baustoff neben dem Mauerziegel.

Kalksandstein

Kalksandstein wird im Wesentlichen aus Kalk, Quarzsand und Wasser hergestellt. Charakteristisch ist seine vergleichsweise hohe Rohdichte. Die daraus resultierende Masse ist insbesondere für den Schallschutz günstig und ermöglicht bei passenden Produkten hohe Druckfestigkeiten.

Bei der Wärmedämmung liegt Kalksandstein dagegen nicht auf dem Niveau besonders wärmedämmender Ziegel oder vieler Porenbetonsteine. Bei Außenwänden wird seine Funktion deshalb häufig im Zusammenhang mit einem mehrschichtigen Wandaufbau betrachtet, bei dem die Wärmedämmung durch eine zusätzliche Dämmschicht übernommen wird.

Gerade dieses Beispiel zeigt, warum nicht nur der einzelne Stein bewertet werden sollte. Für die Gebäudehülle ist der komplette Wandaufbau in der Praxis entscheidend.

Porenbeton

Porenbeton ist ein mineralischer Baustoff mit einer sehr feinen Porenstruktur. Diese Struktur reduziert die Rohdichte und macht die Steine vergleichsweise leicht. Gleichzeitig können Porenbetonprodukte gute Wärmedämmeigenschaften erreichen.

Die geringe Masse wirkt sich allerdings auch auf andere Eigenschaften aus. Beim Schallschutz gelten andere Voraussetzungen als bei einem schweren Kalksandstein. Die konkrete Leistungsfähigkeit hängt zudem von Wanddicke, Produkt und gesamter Konstruktion ab.

Ytong ist eine bekannte Marke für Porenbetonprodukte. Ytong und Porenbeton sind daher keine zwei verschiedenen Mauersteinarten.

Leichtbetonsteine

Leichtbeton wird mit leichten mineralischen Zuschlägen hergestellt. Dazu können beispielsweise Bims oder Blähton gehören. Im Vergleich zu Normalbeton lässt sich dadurch die Rohdichte reduzieren.

Die Gruppe ist technisch breit gefächert. Abhängig von Zuschlag, Rohdichte, Steinaufbau und Hohlraumanteil können sich Wärmedämmung, Festigkeit und Gewicht deutlich unterscheiden. Leichtbeton sollte deshalb nicht als Material mit einem einzigen festen Eigenschaftsprofil verstanden werden.

Mauersteine aus Normalbeton

Auch aus Normalbeton werden Mauersteine und Formsteine hergestellt. Aufgrund ihrer höheren Rohdichte bringen sie viel Masse mit, besitzen aber im Vergleich zu wärmedämmenden Leichtbaustoffen meist keine besonders hohe Dämmwirkung.

Im klassischen Mauerwerk eines Einfamilienhauses stehen sie daher häufig weniger im Mittelpunkt als Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton. Für bestimmte Bauteile und konstruktive Aufgaben können Betonprodukte dennoch eine wichtige Rolle übernehmen.

Mauersteine im Rohbau im Vergleich

Die Unterschiede zwischen Ziegel, Porenbeton und Kalksandstein lassen sich nicht auf ein einzelnes Kriterium reduzieren. Ein Material kann beispielsweise beim Wärmeschutz günstig sein, während ein anderes durch hohe Masse beim Schallschutz Vorteile bietet.

Die folgende Tabelle zeigt deshalb nur typische Tendenzen. Konkrete technische Kennwerte müssen immer für das tatsächlich vorgesehene Produkt und den geplanten Wandaufbau geprüft werden.

Mauersteinart Grundmaterial Wärmedämmung Masse und Schallschutz Gewicht Typische Besonderheit
Mauerziegel gebrannter Ton mittel bis sehr gut, produktabhängig mittel bis gut, produktabhängig leicht bis mittel sehr große Produktvielfalt
Kalksandstein Kalk und Quarzsand vergleichsweise gering hoch bis sehr hoch hoch hohe Rohdichte
Porenbeton mineralischer Porenbeton gut bis sehr gut geringer als bei schweren Steinen niedrig geringes Eigengewicht
Leichtbeton Zement und leichte Zuschläge stark produktabhängig stark produktabhängig niedrig bis mittel große Bandbreite
Normalbetonstein Beton eher gering durch hohe Masse günstig hoch für bestimmte konstruktive Aufgaben

Welche Eigenschaften unterscheiden die Mauersteinarten?

Wärmedämmung

Für die Wärmedämmung spielt unter anderem die Wärmeleitfähigkeit des Materials eine Rolle. Eine geringere Rohdichte und gezielt entwickelte Hohlraumstrukturen können dazu beitragen, den Wärmestrom durch das Mauerwerk zu reduzieren.

Porenbeton und hochwärmedämmende Ziegel können deshalb gute Dämmeigenschaften erreichen. Kalksandstein besitzt aufgrund seiner höheren Rohdichte eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit und wird bei Außenwänden häufig mit zusätzlicher Dämmung kombiniert.

Entscheidend ist letztlich nicht nur der Stein, sondern der Wärmedurchgang des vollständigen Wandaufbaus.

Schallschutz und Masse

Beim Schallschutz ist Masse ein wichtiger Faktor. Schwere Wände können Luftschall in vielen Konstruktionen besser mindern als sehr leichte Wände vergleichbarer Dicke.

Kalksandstein hat hier aufgrund seiner hohen Rohdichte günstige Voraussetzungen. Porenbeton liegt deutlich darunter. Bei Ziegeln und Leichtbeton ist die Bandbreite groß, weil Aufbau und Rohdichte der einzelnen Produkte stark variieren.

Auch hier genügt der Materialname nicht für eine belastbare Bewertung. Wanddicke, Anschlüsse und flankierende Bauteile beeinflussen das tatsächliche Ergebnis.

Rohdichte und Druckfestigkeit

Rohdichte und Druckfestigkeit sind wichtige technische Merkmale von Mauersteinen, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Die Rohdichte beschreibt vereinfacht die Masse eines Materials bezogen auf sein Volumen. Die Druckfestigkeit gibt an, welche Druckbeanspruchung ein Stein aufnehmen kann.

Welche Klassen für ein bestimmtes Mauerwerk benötigt werden, ergibt sich aus Planung, Produkt und konstruktiver Aufgabe. Wer technische Produktangaben vergleichen möchte, sollte deshalb Rohdichte und Druckfestigkeitsklasse getrennt betrachten und nicht aus einer einzelnen Kennzahl auf die gesamte Qualität eines Mauersteins schließen.

Gewicht und Verarbeitung

Die Unterschiede bei der Rohdichte zeigen sich unmittelbar beim Gewicht. Porenbeton gehört zu den leichten Mauerwerksbaustoffen, während Kalksandstein deutlich schwerer ist. Ziegel und Leichtbeton decken je nach Produkt ein breiteres Spektrum ab.

Das wirkt sich auf Transport, Handhabung und Baustellenlogistik aus. Bei größeren Elementen können außerdem besondere Hebe- oder Versetztechniken vorgesehen sein. Für den weiteren Bauablauf sollte deshalb nicht nur die Wandfunktion, sondern auch das geplante Mauerwerkssystem berücksichtigt werden.

Materialart, Produktform und Markenname sind nicht dasselbe

Bei Mauersteinen werden mehrere Begriffe verwendet, die unterschiedliche Dinge beschreiben. Das Grundmaterial ist nur eine Ebene.

Ein Ziegel bleibt beispielsweise ein Mauerziegel, unabhängig davon, ob ein Hersteller dafür einen eigenen Produktnamen verwendet. Entsprechend ist Ytong eine Marke für Porenbeton und keine zusätzliche Materialgruppe.

Auch Begriffe wie Planstein beschreiben keine neue Baustoffart. Sie beziehen sich auf die Form beziehungsweise Maßgenauigkeit des Produkts und auf das dazugehörige Mauerwerkssystem. Ein Planstein kann je nach System beispielsweise aus Kalksandstein, Porenbeton oder einem anderen geeigneten Material bestehen.

Diese Trennung ist wichtig, wenn Angebote oder Planunterlagen verglichen werden. Sonst werden schnell Material, Format und Produktfamilie miteinander vermischt.

Welche Mauersteinart passt zu welcher Wand?

Die Materialwahl hängt wesentlich von der Funktion der Wand ab. Bei einer Außenwand müssen beispielsweise Tragfähigkeit, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Schallschutz und der gesamte Aufbau der Gebäudehülle zusammen betrachtet werden. Deshalb sollte die Auswahl der Mauersteine für Außenwände nicht allein anhand eines einzelnen Materialvorteils erfolgen.

Bei Innenwänden können sich die Prioritäten verschieben. Dort spielen je nach Wand unter anderem Tragfunktion, Schallschutz, Befestigungsmöglichkeiten und Eigengewicht eine Rolle. Entsprechend können bei Mauersteinen für Innenwände andere Eigenschaften den Ausschlag geben als bei der Außenwand.

Eine allgemeingültige Rangliste der Mauersteinarten gibt es daher nicht. Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Leichtbeton lösen unterschiedliche Zielkonflikte. Welcher Baustoff sinnvoll ist, bleibt vom konkreten Aufbau, der statischen Planung und den Anforderungen an das jeweilige Bauteil abhängig.

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